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Gestern gab Stefanie Heinzmann ein Konzert in der Hamburger Fabrik. Ein Konzert, von dem jeder Musikliebhaber träumt: perfekter Live-Auftritt, feste Stimme, super Musik, talentierte Band und eine Publikum, dessen Stimmung an Enthusiasmus nicht zu übertreffen war.

Wenn sie mal nicht singt, verhaspelt sich beim Sprechen, lacht schüchtern und verspricht sich wieder: “Bitte entschuldigt, wenn ich so auf der Bühne stehe, rede ich meist ziemlichen Unsinn…!”
So sympathisch ist Stefanie Heinzmann, die gerade mal 19-jährige Gewinnerin aus Stefan Raabs Casting Sendung SSDSDSSWEMUGABRTLAD. Grinsend steht sie vor ihrer Band auf der kleinen Bühne des Kulturzentrums FABRIK in Hamburg Altona und erweckt den Eindruck, als fasse sie es noch gar nicht.
Als wäre das alles ein Traum:

Der Sieg bei Stefan Raab, als die kleine Schweizerin mit der großen, markanten Stimme mit poppigem Funk die Herzen der Zuschauer eroberte.
Der kometenhafte Einschlag ihrer ersten Single “My Man Is A Mean Man” in die Deutschen Charts.
Der Riesenerfolg ihres Albums “Masterplan“.

Und nun ihre Tour. Hier in Hamburg steht sie nun. Vor einem Publikum, das gemischter nicht sein kann:
Kinder sind dabei, genauso wie Jugendliche;
die Erwachenen sind nicht nur die Eltern, so mancher Mittdreißiger, Mittvierziger, Mittfünziger kommt als treuer Fan;
auch Omas und Opas wollen das Konzert sehen. Die Begeisterung für Stefanie und ihre Musik teilen sie alle.

Bei diesem Konzert kann keiner still sitzen - selbst die Zuschauer auf den Sitzplätzen wippen zum Takt der funkigen Musik. Anders geht es auch nicht, wenn Stefanie wie ein Wirbelwind auf der geradezu winzigen Bühne hüpft und tanzt und dabei mit verblüffender Leichtigkeit Songs schmettert, die von großen Funk- und Soulhelden der 60er und 70er Jahre sein könnten.

Eine Band und drei Background-Sängerinnen sind dabei - jung, talentiert und begeistert bei der Sache. Und was Stefanie an Natürlichkeit und Schüchternheit beim Auftritt zeigt, gleicht Percussionist Ephraim Salzmann mit purem Entertainment wieder aus.Wie besessen trommelt, klopft und zupft er an den Instrumenten, völlig in Trance und wie weggechwemmt von der Musik - die meisten den Konzertbesucher können den Blick nicht von ihm lassen.

Die Songs stammen von Stefanies Album “Masterplan“, geschrieben von den schwedischen Produzenten Gustav Jonsson, Tommy Tysper und Marcus Sepehrmanesh, sind unüberhörbar eine Hommage an die Soul-, Jazz-, Funk- und Discoklassiker aus Zeiten, in denen Stefanie noch nicht einmal eine Idee in der Köpfen ihrer Eltern war. Trotzdem hat man das Gefühl, eine Mischung aus James Brown und Aretha Franklin in Form der kleinen, süßen Schweizerin steht auf der Bühne. Auch das Tower Of Power - Cover “There’s Only So Much Oil In The Ground” singt sie genauso überzeugend wie bei Stefan Raab, die funkige Version von Metallicas “The Unforgiven” rockt und animiert gleichzeitig zum Tanzen.
Für einige Songs, wie zum Beispiel “XTAL” kommt auch Stefanies Bruder und Manager Claudio als Gitarrist auf die Bühne.

Doch die Zuschauer bekommen nicht nur die Songs von Album zu hören: Stefanies Version von Norah Jones’ “Sunrise” verursacht bei vielen Gänsehaut, Stevie Wonders “Very Supersticious” reißt auch noch den letzten vom Sitz, genauso wie Jamiroquais “Cosmic Girl”.

Besonders schön ist jedoch das kleine Akustik Set gemacht, bei dem nur der Gitarrist, der Percussionist und Stefanie in einer fast schon intimen Atmopshäre zusammensitzen und unter anderem eine Unplugged-Version ihres größten Hits “My Man Is A Mean Man” darbieten.

Ja, sie fasst es noch nicht ganz. Brav bedankt sie sich bei allen, die ihr diese Tour ermöglichen, die sie unterstützen und für sie da sind. Auch beim Publikum: “Vielen Dank, dass ihr noch da seid… ich hoffe ihr habt Spaß und genießt es.”
Und als die jungen Fans am Bühnenrand sich ganz lang machen um einmal ihre Hand zu berühren, wird Stefanie verlegen und versucht es mit Witzen zu überspielen: “Ja, hier ist ja meine goldene Hand! Und jetzt nie wieder waschen, hörst du?”

Irgendwann wird sie ihren Erfolg wohl wirklich begreifen können. Ob sich dann etwas an ihren Auftritten, an ihrer Musik und an ihrer Ausstrahlung ändert, weiß man nicht. Bis dahin kann man jedoch einfach das Glückgefühl genießen, das das schüchterne Mädchen aus Eyholz mit ihrer Musik auslöst.

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14. November 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Musik und Konzerte

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