Nun ist es vorbei, am 13.11. fand die lang ersehnte Singersongwritergala im Knust statt.
So unterschiedlich wie die Auftritte an diesem Abend waren, so unterschiedlich waren auch die Reaktionen.
Das Publikum war wirklich bunt gemischt und mischte man sich selbst unter die ca. 150 Leute, die an diesem Abend das Publikum bildeten, hörte man nicht selten, dass die gar nicht wussten, was sie an diesem Abend erwarten würde. So zum Beispiel Mike, ein Stammgast des Knusts, dessen eigens erschaffener kultureller Auftrag darin besteht, so oft wie möglich ins Knust zu gehen. Oder Lisa, die extra wegen des Singersongwriterslams gekommen ist und natürlich nicht zu vergessen die elf Künstler des Abends: Cenk, Amo junior, Mamadu, Tex, Rj Schlagseite, Björn, Saender, Janina, Kartriana, Ronja, und Tadday.
Von erschreckend ehrlich bis erschreckend pervers über Türkisch sowie auch Klänge aus dem Senegal und natürlich auch wunderschöne Herzschmerzliebesschwüre auf Deutsch und Englisch, auf dieser Gala war fast alles vertreten. Nicht zuletzt auch die Moderatoren Johanna und Carlos, die diesen Abend mit zu einem gelungenen Event gemacht haben.
Neben einer wunderschönen Kulisse mit weißem Klavier auf sanftem Echtrasen (!) gab es für jeden Künstler einen glitzernen Hirsch mit Namenszettel, anhand derer die Reihefolge ausgelost wurde .
Jeder Sänger durfte zwei Lieder spielen, die ganz entgegen der Regeln des gewöhnlichen Slams keine Bewertung bekamen, sondern nur donnernden Applaus für alle elf Künstler bereiteten.
Der erste Künstler war Cenk, ein türkischer Sänger, der es sich nicht nehmen ließ, auch seine Heimatsprache zu vertreten, so verstand das Publikum zwar nicht was er da sang, aber Musik braucht nicht immer Worte. Nach diesen Klängen beeindruckte Amo junior das Publikum mit seinen englischen Songs “wake up” und “in germany it´s cold” und bewies damit, dass er nicht umsonst schon einige Male Gewinner des Singersongwriterslams geworden ist.
Danach gab es noch senegalesische Klänge über das Leben, von Mamadu und dann das erste richtige Liebeslied, von Tex, der mit seinen Liebesbekenntnissen die Herzen zum schmelzen brachte, sowie Rj Schlagseite, ein Mann den man einfach selbst gesehen haben muss, um zu beschreiben was er da eigentlich tut. Der letzte Künstler vor der Pause schaffte es gleich zwei Premieren des Abends zu bieten und das mit nur einem Auftritt, denn Björn war an diesem Abend der erste Künstler, der auch das Klavier benutzte und der erste, der die Einladung der beiden Moderatoren, die Gala von der Bühne aus mitzuerleben, wahrgenommen hatte. Was will man dazu noch sagen? Vielleicht dass er auch mit seinen Wahnsinns Liedern wie “kennst du das auch?” mindestens eine solch unvergessliche Performance abgelegt hat…
Nach der zehnminütigen Pause betrat Saender die Bühne, ein talentierter junger Mann, der wohl nicht umsonst auch eine Band hat.
Was folgte war definitiv eine wunderschöne Überraschung, denn mit Janina betrat die erste Frau und damit auch schon die zweitletzte Dame des Abends die Bühne. Die Künstlerin beeindruckte wie schon auf so vielen Slams zuvor mit ihrer wunderschönen Stimme und den einfühlsamen Texten. Unmittelbar danach kam Katriana. Sie schaffte mit ihren Liedern eine unheimlich authentische Stimmung und lieferte damit eine sehr beeindruckende Performance. Sollte man es daher als Stimmungsbrecher oder dankbar als stimmungsaufhellend ansehen, dass genau danach Ronja auf die Bühne kam. Eher die Ausnahme bei Singerslams, laut und lebhaft, statt melancholisch depressiv, er eroberte die Herzen des Publikums im Sturm mit Leib und russischer Seele.
Als letzter war es dann Tadday gegönnt das Publikum mit seinen Klängen zu verwöhnen und man muss auch ehrlich sagen ein besseren Abschied hätte es nicht geben können, denn mit seinem Lied “nach Hause” spielte er das letzte Lied des Abends. Auf der anschließenden Party wurde getanzt gesungen und gelacht allerdings harrten nur wenige bis zum bitteren Ende aus, hauptsächlich waren dort die Künstler vertreten, die ja auch im Gegensatz zur Mehrheit am nächsten Morgen nicht zur Arbeit gehen mussten.
Insgesamt war dies wohl ein gelungener Abend mit äußerst interessanten Künstlern , die es sich gelohnt hat anzuhören…
19. November 2008 | Autor: Redaktion | Kategorie: Musik und Konzerte
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