Das Schmidt Theater schafft es mit seiner neuen Musicalproduktion “Peter Pan - Fliege deinen Traum” das Kind im Zuschauer wiederzuentdecken.
Wir schreiben das Jahr 1904 und sind soeben nach einem kräftigen Schluck Phantasie im Gedanken nach London gereist. Peter Pan (Jan Radermacher), der Junge der nicht erwachsen werden will, ist gerade zusammen mit seiner Fee Tinkerbell im Kinderzimmer der Darlings auf der Suche nach seinem Schatten, als er Wendy (Kristin Bauersachs) und ihre Geschwister kennenlernt. Gemeinsam fliegen sie unter dem Einfluss des goldenen Sternenstaubes nach Nimmerland. Im Reich der Abenteuer agiert Wendy von nun an als Mutter für die verlorenen Jungs und sorgt sich liebevoll um diese indem sie ihnen beispielsweise Geschichten erzählt.
Diese Idylle wird von dem fiesen Kapitän Hook (Christian Berg) gestört, der sich geschworen hat, Rache an Peter Pan für den Verlust seiner Hand zu üben. Seine Sprüche “Nicht lachen!” oder “Vom Lachen kriegt man Falten - schaut euch eure Eltern an!” sorgen dafür, dass Hook zum Star des Musicals wird. Zwischendurch erleben die Zuschauer ein Piratencasting und Hook selbst versucht sich von einem Kind vergeblich beibringen zu lassen, wie man Freunde gewinnt.
Zusammen mit Tinkerbell, die eifersüchtig auf Peter Pans menschliche Gefährtin ist, schmieden die beiden einen Plan. So eröffnet die Fee einen Konkurrenzkampf mit Wendy, und Hook versucht seinen Feind zu vergiften.
Peter Pan schafft es im gemeinsamen Kampf gegen Hook zu siegen, indem er die Schwäche des Kapitäns ausnutzt, bei welcher es sich um die Furcht vor einem Krokodil handelt. Der vom Reptil verschluckte Wecker, öfter hörbar als sichtbar, bringt den Priatenkapitän dazu, dass er die Flucht ergreift.
Am Ende des Stückes siegt die Sehnsucht der Geschwister nach ihrer Mutter und sie treten die Rückreise an - während Peter Pan in Nimmerland zurückbleibt. Jahre später besucht er Wendy und muss dabei mit Erschrecken feststellen, dass sie erwachsen geworden ist und bereits selbst eine Tochter hat welche ihn von nun an nach Nimmerland begleitet.
Das einfache und farbenfrohe Bühnenbild ermöglicht es den Darstellern sich auf das Schauspiel und den Gesang zu konzentrieren. Diese Aufgabe meistern sie mit Bravour, was am Ende der Vorstellung mit stehenden Ovationen belohnt wurde.
Eines steht auf jeden Fall fest: dieses Musical ist definitiv etwas für die ganze Familie.
Nicht nur, weil die Geschichte aus dem Jahre 1911 gekonnt in unsere Zeit umgesetzt wurde und viele Lebensweisheiten beinhaltet - so etwa dass man mit Träumen über sich hinaus wachsen kann -
sondern auch, weil vor allem die jungen Zuschauer mit in die Handlung einbezogen werden und so keine Langeweile bei ihnen aufkommt.
Mit einen Lächeln auf den Lippen verlassen wir das Schmidt Theater und summen noch Stunden später: “Nimm die Beine in die Hände und duck dich, am Ende kriegt der Hook dich!”
Bis zum 30. Dezember haben Sie noch die Möglichkeit sich ebenfalls verzaubern zu lassen.
23. November 2008 | Autor: Anna Kucharzyk | Kategorie: Kultur
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