Der “Urfaust“, Goethes erste Bearbeitung der volkstümlichen Faust-Geschichte, wird von Regisseur Andreas Kriegenburg am Thalia Theater inszeniert und hat am 16. Januar 2009 Premiere.
Goethes “Faust” ist die Gelehrtendrama - im “Urfaust” stellte Goethe noch die Gretchentragödie in den Vordergrund. In dieser ersten Bearbeitung ist Heinrich Faust süchtig nach Rausch und Entgrenzung. Verzweifelt auf der Suche nach dem Sinn des Lebens verführt Heinrich die jungfräuliche Margarete, die ihr Neugeborenes tötet und ihren Henker erwartet.
Goethes Gretchentragödie im “Urfaust” basiert auf einem realen Fall: die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt wurde 1772 in Frankfurt hingerichtet. Goethe hat den “Urfaust” wahrscheinlich zwischen 1772 und 1775 geschrieben, zeitlich parallel zu “Die Leiden des jungen Werther”.
Der “Urfaust” als frühe Fassung des “Faust” stellt sich als emotional aufgeladenes Werk dar, überwiegend in Prosa verfasst und mit Szenen und Bildern die unverbunden und wild nebeneinander stehen.
Der “Urfaust” wurde 55 Jahre nach Goethes Tod entdeckt und 1918 in Frankfurt uraufgeführt.
3. Dezember 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Kultur
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