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Man nehme Musikalität, Genialität, Virtuosität und Perfektion und vereine diese Fähigkeiten in einem attraktiven und sympathischen jungen Mann, füge dem noch eine Stradivari hinzu und heraus kommt David Garrett!

Am 29.01.2009 feierte der Virtuose David Garrett das Finale seiner Encor-Tour in der schönsten Stadt der Welt.
Viele, vor allem auch junge Fans folgten der Einladung des Violinisten und füllten bis auf wenige freie Plätze die Color-Line-Arena.

Wer David Garretts Musik kennt, bei der es sich um eine gelungene Crossover-Mischung von klassischer Musik, Rock, Pop und Jazz handelt, war nicht überrascht, dass der Virtuose der Klassikbranche auf seiner Tour nicht nur von dem Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt unter der Leitung von Frank von der Heijden begleitet wurde, sondern auch von einer Band, bestehend aus Bass (Tom Mason), Gitarre (Giorgis Serci), Keyboard (John Haywood) und Schlagzeug (Ben Bryant).

Mit Pirates (Thema aus dem Film “Fluch der Karibik“), dem ersten Song des Abends, wurde klar, dass sich der enorme logistische Aufwand gelohnt hatte.
Der harmonische Sound des Orchesters und die satten Töne der Band verbunden mit dem gefühlvollen und brillianten Violinenspiel Garretts drangen durch Mark und Bein eines jeden Zuschauers und überzeugten auf ganzer Linie.

(c) Foto: decca.com

(c) Foto: decca.com

David Garrett selbst, der sich zu Beginn des Konzerts seinen Weg durch die Zuschauerreihen auf die Bühne bahnte, genoss den Beifall seines Publikums sichtlich.

Um das Eis zwischen ihm und dem norddeutschen Publikum zu brechen, kramte Garrett zu jedem Song des Abends Erinnerungen und Anekdoten aus seinem Leben in New York heraus: so erzählte er beispielsweise als Einleitung zu Gershwins “Summertime” die Geschichte seiner ersten eigenen „Bude“ im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen.
Nach anfänglichen Bedenken über die verdächtig preisgünstige Miete hätte Garrett nämlich im Sommer erkannt, dass es die nicht vorhandene Aircondition war, die seine Wohnung im wahrsten Sinne des Wortes zu einem ganz heißen Objekt machte. Aber da Not ja bekanntlich erfinderisch macht, hätte Garrett kurzum beschlossen, im Kühlschrank nach einer geeigneten Kühlmethode für seinen Kopf zu suchen.

Als weiteres Special dieses Abends präsentierte der Violinist seine Fingerfertigkeiten zum Stück Zapateado von Pablo Sarasate - mit Hilfe einer kleinen Kamera an seiner rechten Schläfe.

Klassikliebhaber und Klassikneulinge waren sichtlich begeistert von den Darbietungen Garretts. Wobei man anmerken muss, dass das Hamburger Publikum wohl aufgrund seines kühlen norddeutschen Wesens leider nicht in der Lage war, auf die Animationsversuche des Virtuosen einzugehen. Aber das ist beim Hamburger Publikum nichts Neues - selbst ein Paul McCartney hat bei seinem Hamburger Konzert die kühlen Nordmänner und -frauen nicht von ihren Sitzplätzen (!) reißen können.

Am 22.05.2009 werden wir erneut die Ehre haben, diesen Ausnahmekünstler in der Hamburger Laeiszhalle zu einem klassischen Recital zu empfangen und dabei zu beweisen, dass auch wir Hamburger uns von der klassischen Musik mitreißen lassen!

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6. Februar 2009 | Autor: Anna Kucharzyk | Kategorie: Musik und Konzerte

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