Der Internet-Konzern Google filmt mithilfe eines Kamerawagens durch Hamburg. Die Aufnahmen werden künftig bei Google-Street-View verwendet. Doch möglicherweise wird das Projekt in Hamburg unter dem Druck von Datenschützern ausgebremst.
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, hat Google nun ein Ultimatum gestellt: Google soll bis morgen früh um 10:00 Uhr schriftlich garantieren, dass der Konzern datenschutzrechtliche Bedingungen einhält, sowie detailliert darlegen, wie mit den filmisch erhobenen Daten umgegangen wird. Zudem fordert der Datenschützer Caspar, dass Google die bereits erhobenen Datenbestände in ihrer ursprünglichen Form löscht sobald diese im Netz bei Google Street View online gehen.
Für das neue Google-Programm “Street View” werden aktuell im ganzen Land Plätze und Straßen gefilmt. Doe 360° Aufnahmen dienen dazu, später im online-Zustand dem User virtuelle Spaziergänge durch eine ganze Stadt zu ermöglichen.

Quelle: google.de
Für Street View sollen zwar Gesichter oder KFZ-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden, doch Datenschützer sind trotzdem skeptisch: Caspar erklärt, die Unkenntlichmachung der Gesichter und Kennzeichen erfolge erst nachträglich, nachdem die Aufnahmen gespeichert wurden. Das Hamburger Abendblatt zitiert Casper: “Theoretisch könnte das Rohmaterial kopiert und vervielfältigt werden.”
Caspars Behörde habe mittlerweile mehr als 300 Bürgerbeschwerden erhalten, die sich und ihre Privatsphäre durch die Google-Street-View-Aufnahmen bedroht wahrnehmen. Sollte Google Deutschland sein Ultimatum ohne Reaktion verstreichen lassen, müsse Caspar Maßnahmen ergreifen, welche von den Ländern umgesetzt würden.
Auf die Weise wurde bereits in Griechenland Google Street View vom Datenschutz ausgebremst. In Japan wurden bereits 12 große Städte aufgenommen - Google musste alle Aufnahmen erneut machen: Datenschützer waren auf die Barrikaden gegangen, weil die Kameras unvorteilhaft angebracht waren und durch Fenster in die Häuser hineinfilmten.
Google Deutschland hingegen reagiert bereits und möchte allen Forderungen nachkommen: Wie schon in der Vergangenheit ist Google bereit, mit den Datenschützern zusammen zu arbeiten. Google berichtet, Daten würden schon jetzt bereits gelöscht, sobald bei ihnen Beschwerden eingingen.
19. Mai 2009 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Hamburg
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