Die Fotos sind erschreckend bodenständig und authentisch. Kein abgehobenes “Möchtegern-Kunstgehabe”, kein intellektueller Mief. Nur Ehrlichkeit.
In der Fotoausstellung “Erste Liebe - Geheime Orte” geht um die Fotoarbeiten der Künstlerin Johanna Manke. Die Fotografin stellt im Altonaer Museum über 30 ihrer Arbeiten aus, die im Zeitraum von 2004 bis 2007 entstanden sind.
Das Thema: die Jugend. Jugend und ihr Umgang mit der Liebe, mit der eigenen Identität und mit dem Erwachsenwerden. Und das sieht man den Fotos auch an. Sie zeigen die Wirklichkeit, spiegeln die Gefühle von Jugendlichen wieder, die verliebt, verträumt, nachdenklich, unsicher sind. Und das ganz ohne übertriebene Emotionalität, ohne Dramatik.
Die Bilder bestehen ganz aus Eindrücken. Nichts scheint gestellt, sondern pure Darstellung von Alltag. Doch dieser jugendliche Alltag allein sagt schon soviel.
Die Ausstellung besteht aus drei Fotoserien:
Geheime Orte kennt auch jeder von uns. Wer hatte als Kind oder Jugendlicher keinen geheimen Ort, an dem er Zuflucht fand, wenn es mal wieder Ärger gab, wenn der Liebeskummer einen auffraß oder man einfach nur an diesem geheimen Ort alleine spielen, Geschichten erfinden, jemand anderes sein wollte? In der Serie zeigt Manke tatsächlich existierende Geheimverstecke von Kindern.
Die Serie “Turnerinnen” ist in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt kleine Turner-Mädchen ohne Schnickschnack vor neutralem Hintergrund. Allein diese Ansicht ist ergreifend und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Wesentliche: diese kleinen Mädchen, die gleichzeitig so jung und doch so erwachsen aussehen. Erwachsen deshalb, weil der Gesichtsausdruck ernst und stählern ist, die Haltung stramm und mit einem in Spannung gehaltenen Körper. Und trotzdem flackert bei jedem Mädchen in den Augen und um die Mundwinkel ein Hauch von Kindheit.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 27. September 2009.
Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der offiziellen Webpräsenz des Altonaer Museums.
5. Juni 2009 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Kultur
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