Gestern, am 25. August, spielte Serj Tankian in den Hamburger Docks endlich solo live und holte somit das Solo-Konzert seiner “Elect the Dead”-Tour nach, das im April ausgefallen war. Das Ergebnis: begeistertes Publikum und ein Serj, der vor Energie und Freude nur so strotzte.
Ja, die Fans haben lange warten müssen. Zuerst, nachdem sie erfuhren, dass das ursprüngliche Konzert in Hamburg am 8. April ausfallen sollte. Und dann gestern, am Nachholtermin des Konzerts: Vor den Docks, bevor sie endlich in die große Konzerthalle reingelassen wurden, dann in den Docks, bis endlich das Programm anfing, dann als die nur mittelmäßige Vorband “INME” spielte und einige Leute aus dem Publikum vom schlechten Sound und dem endlos langen Set des Supporting Act genervt waren.
Die Zeit schien jedoch ab dem Moment am langsamsten zu vergehen, als INME fertig waren, die Roadies bedächtig die Bühne ab- und wieder aufbauten, schließlich alles bereit stand und die Menge nur noch auf Serj wartete…
Und dann, mit der 100%igen Zuverlässigkeit eines sich verspätenden Armeniers, rannte er unter tosendem Applaus ENDLICH auf der Bühne. Serj Tankian, Kopf der weltberühmten Metalband System Of A Down, nun hier in Hamburg! Und er kam nicht allein. Seine Live-Band, multikulturell gemischt und alles fabelhafte Musiker, begleitete ihn.
Elegant gekleidet in schwarzer Hose, weißem Hemd und cremefarbenem Zylinder, redete Serj nicht lange um den heißen Brei - er hatte seine Fans lange genug warten lassen. Sofort legte er los und schmetterte, mit einem unnachahmlichem Temperament und seiner sehr eigenen Art zu performen, die Songs seines Solo-Albums “Elect the Dead”.
Darauf hatte das Publikum nur gewartet - die Massen hüpften begeistert vor der Bühne zum Rythmus, bangten wie verrückt und sangen lauthals die inzwischen auswendig gelernten Songs mit - ein Spektakel wie kein anderes.

Foto: © Gracz54 / WikiMedia
Serj war in Hochform. Nichts schien mehr an seine Stimmbandentzündung zu erinnern, er sang die Töne laut und klar und strotzte nur so vor Energie, war kaum noch aufzuhalten. Komplett aufgedreht tanzte er auf seine extrovertierte Art zu den Gitarrensolos und schien sich wie ein kleines Kind zu freuen.
Schließlich, in der Pause zwischen 2 Songs, fing er an zu erzählen: wir wüssten doch, wie wichtig die Stadt Hamburg für die Beatles war - hier hatten sie ihre ersten großen Gigs, bevor sie in England und dann schließlich in der ganzen Welt richtig erfolgreich wurden.
Dafür hatte sich Serj etwas besonderes ausgedacht. Er nahm den Beatles-Song “Girl” und verwandelte ihn in eine originelle und sehr eindrucksvolle Metal-Version. Oder wie er es nannte: “Let’s fuck up this song.”
Das schlug ein. Als er danach noch den ABBA-Song “Money Money Money” mit seinem eigenen Stück “Money” mischte und daraus ein Mash-Up der besonderen Art machte, war das gesamte Publikum außer sich vor Ekstase.
Anschließend machte er mit noch einigen anderen seiner eigenen Werke vom Solo Album weiter - bis das Konzert, eigentlich viel zu schnell, vorüber war. Nach enthusiastischen Rufen der Fans gönnte Serj ihnen dann doch noch 2 Zugaben, bis er sich endgültig von der restlos zufriedenen Menge verabschiedete.
Eins ist sicher: egal wie lange es jetzt bis zum nächsten Serj Tankian Konzert dauern sollte - das Warten lohnt sich allemal!
26. August 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Musik und Konzerte
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