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… um Nachbarn vor dem Krach der Kinder zu “schützen”. Anwohner eines Wohngebietes in Othmarschen klagten beim Verwaltungsgericht gegen die Eröffnung einer Kita, weil sie den Lärm fürchteten.

Der Kindergarten in der Reventlowstraße in Hamburg Othmarschen sollte eigentlich morgen, am 1. September eröffnen - doch weil Anwohner im dortigen Wohngebiet sich von dem “Lärm” der spielenden Kinder gestört fühlen würden, klagten sie noch vor der Eröffnung beim Verwaltungsgericht Hamburg. Das Gericht beschloss daraufhin, dass eine Lärmschutzwand erbaut werden müsste.

Genauer: Bevor die Kita (vom Verein SterniPark getragen) eröffnet werden kann, sollte zunächst eine mindestens 3 Meter hohe Mauer gebaut werden. Um die Kita. Zum Schutz vor Kinderstimmen, vor deren Lachen, Toben, Rufen. Davor sollen die Anwohner geschützt werden?!

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Trägervereins SterniPark, Leila Moysich, ist bestürzt: “Sollen künftig alle Kinder hinter hohen Betonwänden verschwinden?” Noch überlegt sie, die Kita doch am Montag ohne Mauer zu eröffnen. Sie will für eine Gesellschaft kämpfen, in der Kinder nicht als Lärmbelästigung angesehen werden.

Das Altonaer Bezirksamt will jetzt schnellstmöglich Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Übrigens: Einige Anwohner sind zudem der Meinung, der Wert der angrenzenden Immobilien würde fallen, wenn sich daneben eine Kita befände. Und das, obwohl gerade für junge, aufstrebende Familien eine Immobilie gerade sehr hohen Wert hat, wenn es in umittelbarer Nähe Kindergärten und Schulen gibt?
Sind wir zu so einem kinderfeindlichen Land geworden, in dem spießige Nachbarn gegen die Eröffnung einer Kita klagen, weil ihnen Kinderlachen unzumutbar vorkommt? Ein Land, in dem um Kindereinrichtungen, wo die Zukunft unserer Gesellschaft heranwächst, Mauern gezogen werden müssen, um Nachbarn zu “schützen”?

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31. August 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Hamburg

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5 Kommentare zu “Kita muss eingemauert werden…”

  1. Deutschland - wo willst Du hin? | Just My 2 Cents am 1. September 2008 um 14:13 Uhr

    [...] andere Geschichte ist wieder so richtig typisch Deutschland. Heute sollte in Hamburg Othmarschen in der [...]

  2. Sterni-Park: Ohne Lärm, aber auch ohne Herz « Nicht spurlos am 2. September 2008 um 10:40 Uhr

    [...] nun eine Lärmschutzwand vor der Kindertagesstätte “Sternipark” in Hamburg-Othmarschen errichtet werden. Mindestens 3 Meter hoch muss diese Wand sein, damit sich Anwohner von den Kindern [...]

  3. Jens am 3. September 2008 um 12:45 Uhr

    Ist auch richtig so, die Kinder sollen aus der Gesellschaft komplett verbannt werden. Und überhaupt, sie dürften bis zu ihrem 30 Lebensjahr gar nicht erst aus dem Haus rausgelassen werden…

    Diese asozialen Anwohner, ich vermute mal, überwiegend sind es Rentner, die anscheinend die Kinderphase übersprungen haben, sollte man verbieten Besucher zu empfangen, die ein Mindestalter von 50 Jahren nicht erreicht haben. Es könnte ja sein, dass der Wert der Wohnung sinkt… Das wäre doch unerträglich…

    Kein wunder, dass Deutschland ausstirbt…

  4. Gumbo am 15. September 2008 um 13:45 Uhr

    Es ist schon erstaunlich, wie engstirnig und dümmlich in diesem Fall argumentiert wird.
    Ich kann die Kläger und Anwohner sehr wohl verstehen und ihre Klage auch nachvollziehen. Leider gibt es wieder unzählige “Gutmenschen”, die auf der Welle der Empörung mitreiten um sich zu profilieren; leider wird über den eigenen Tellerrand nur selten hinausgeblickt.

    Es ist fakt, dass es sich in Othmarschen um ein “besonders geschütztes Wohngebiet” handelt und die Anwohner haben meist horrende Summen für ihr Grundstück aufbringen müssen.
    Warum macht man das? Warum zieht man nicht in eine Wohnsiedlung? Vielleicht weil man seine Ruhe haben will, die in diesem Fall, durch die Bezeichnung “besonders geschütztes Wohngebiet” staatlich ´garantiert wird. Es wurde also wohlwissend ein Gesetzt gebrochen, im Namen der Kinder.

    Kinder sind ja auch nur Menschen, die Bedürfnisse haben. Aber sind die Anwohner das nicht auch? Haben die Anwohner nicht auch ihre Bedürfnisse? Vielleicht haben sie ja ein Bedürfniss nach Ruhe. Vielleicht haben sie ja aus genau diesem Grund viel geld für ihr Grundstück gezahlt.
    Was macht die Kinder also zu wertvolleren Menschen als die Kinder? Haben wir nicht per Grundgesetz ein Recht auf körperliche Unversehrtheit?

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Stress nicht gut für die Gesundheit ist. Das Lärm dies ebenfalls nicht ist, wurde medizinisch schon mehrfach erwiesen.
    Wenn man also Anwohner und, wie bereits vermutet als Rentner, den ganzen Tag das Gelärme von 70 kindern ertragen muss, die nur wenige Meter vom eigenen Grundstück entfernt spielen, so kann sich dies auf die Gesundheit auswirken….wie war das also mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit?

    Davon abgesehen ist die Notwenigkeit dieser Kita gar nicht gegeben, da ein anderer Kindergarten, ebenfalls in Othmarschen in einem kleinen Wäldchen gelegen, aufgrund von rückläufigen Anmeldungen eine ganze Gruppe nicht “anbieten” kann.

    Auch das Argument mit “eingemauerten” Kindern ist in meinen Augen an den Haaren herbei gezogen. Das beste Beispiel, dass Kinder sich an Mauern nicht stören, ist die Kita in Bahrenfeld. der einzige Unterschied besteht darin, dass die Mauer “zum Schutz” der Kinder, vor dem Autolärm gebaut wurde. Warum gab es bei dem Bau dieser Mauer keine empörten Bürger, die protestierten und mit Steinen nach den “Spießern” geworfen haben?

    Es wird halt alles sehr subjektiv in diesem Fall betrachtet. Selbst der Hamburger Oropax-Bürgermeister hat sich zu polemischen Aussagen hinreissen lassen; Kinder sorgen halt für Stimmen…

    Ich teile die Meinung der Anwohner, dass die angrenzenden Immobilien an Wert verlieren; welche Famillie, sei sie noch so jung und aufstrebend, hat gerne 70 Kinder wenige Meter vom eigenen Grundstück toben?

    Letztendlich muss halt jeder ein Opfer für die Gesellschaft bringen, doch leider schreien immer diejenigen am lautesten, die nicht davon betroffen sind.

  5. Gnadenfrist bis zum Wochenende für Sternipark - Kita - Hamburg Magazin - Hamburg - hh-life.de am 22. Oktober 2008 um 10:44 Uhr

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