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Bei der gestrigen Pressekonferenz zum “Jamie Oliver Dinner”, das ab November in Hamburg startet, haben Medienvertreter der Hansestadt nicht nur den englischen Starkoch zu sehen und Infos zu hören bekommen - sie wurden auch geschmackvoll bekocht.

Es war ein bewölkter, teils regnerischer Montag Nachmittag, als sich Pressevertreter und Fotografen am Eingang des East Hotel in Hamburgs Szeneviertel St. Pauli tummelten. Neben der Eingangstür des Designhotels waren zwei Plakatschilder aufgestellt. Sie zeigten in Pop-Art-Optik das Konterfei des wohl begehrtesten jungen Kochs Europas: Jamie Oliver. Der Popstar der Gastronomieszene ist schon mit 30 Jahren eine lebende Legende: er hat wie kein anderer geschafft, die hohe Kochkunst vom alten Staub der Jahrzehnte zu befreien. Er macht Kochen leichter, wilder, kreativer. Genau solch eine kreative, coole und wilde Atmosphäre können die Hamburger in der etwas anderen Dinnershow “Das Jamie Oliver Dinner” ab dem 13. November erwarten.

Jamie Oliver Dinner PlakatUnd auch solch eine kreative, coole und junge Atmosphäre erwartete uns Journalisten, Fotografen und Reporter, nachdem wir relativ kurzfristig zu einer Pressekonferenz der besonderen Art geladen wurden. Als die Schreiberlinge sich in dem stylischen unteren Stockwerk des hauseigenen Restaurants des East niederließen, erblickten sie schon die kleine Showküche vor den Tischen. Keine Frage, heute würden nicht nur trocken Fragen beantwortet werden…

Doch zunächst stellte sich Produzent und Vorstandsvorsitzender der Prime Time Entertainment AG Matthias Hoffmann vor. In einer einleitenden Rede machte er den Medienleuten schon mal Appetit auf das, was die Freie und Hansestadt im November erwarten würde, wenn die Dinnershow-Attraktion “Das Jamie Oliver Dinner” anläuft.

Anders” war wohl Hoffmanns Wort des Tages, denn anders würde diese Show garantiert sein. Er muss es wissen, schließlich gilt er mit seinem erfolgreichen Projekt “Eckart Witzigmann Palazzo” als Vater der Dinnershows. Eigentlich wollte er sich vom mittlerweile durchgekauten Thema distanzieren - bis er die Idee hatte, mit Jamie Oliver zusammenzuarbeiten. Dadurch entstand die “etwas andere Dinnershow”, die “einzig, aber gar nicht artig” ist.

Diese Andersartigkeit der Show, die neben Hamburg auch in Frankfurt am Main laufen wird, drückt sich unter anderem in der neuen Atmosphäre aus: junges, cooles Ambiente, eine breitere Zielgruppe und natürlich ein komplett auf den Kopf gestelltes Programm, ein Mix aus Persiflage auf Koch- und Dinnershows, sowie Musical, Akrobatik mit einer kräftigen Prise englischen Humors.

Mit einem gewissen Stolz verkündete Hoffmann, der heute begonnene Vorverkauf habe jetzt schon eine erstaunliche Resonanz nach verbucht. Man darf also durchaus einen regelrechten Ansturm auf die Tickets erwarten…

Schließlich beendete der Erfolgsproduzent seine Einleitungsrede und begrüßte den Star der Veranstaltung, Jamie Oliver, der nun die Vorspeise des Showdinnermenüs vorstellen und -kochen würde, die anschließend von uns verköstigt werden sollte.

Ein genussvolles Seufzen ging durch den Raum. Wer wollte nicht schon einmal ein original Jamie-Oliver-Essen probieren, ohne nach London reisen zu müssen, wo sein Restaurant “Fifteen” zu finden ist?!

Jamie Oliver vor dem East HotelLange warten musste die Presse nicht: kurz nach den Schlussworten des “AFRIKA!AFRIKA!”-Produzenten betrat Jamie Oliver, leger in Jeans, Turnschuhen und einem blauen Kapuzenshirt gekleidet, die Bühne. Doch bevor die Konferenz losgehen konnte, musste der beliebte junge Fernsehkoch erst einmal den Ansturm der Fotografen über sich ergehen lassen. Jamie blieb freundlich und locker wie immer, setzte sein schelmisches Grinsen auf, zückte zum Spaß schon mal Tranchiermesser und Gabel und rief lachend in die Menge: “Just relax, it’s not a Porn Movie!”

Als das Blitzlichtgewitter langsam verebbte, legte Jamie sofort los: Er stellte die frischen Zutaten für seine Vorspeise vor (marinierte Jakobsmuschel mit japanischer Yuzu-Limone, knusprigem Ingwer und Shiso- und Corianderkresse, bestreut mit Granatapfelsamen und dünnen Kokosstreifen) und nahm mit seinem Kleinjungencharme das gesamte Publikum ein.

Dabei erzählte er fast schon nebenbei von der japanischen und sizilianischen Küche, welche ihn zu dieser Vorspeise inspirierten. Er erklärte spielerisch, wie so einfache Zutaten wie Essig oder Zitronensaft Fisch und Meeresfrüchte innerhalb von Sekunden garen können. Er freute sich selbst darüber, wie viele verschiedene Geschmackskomponenten in einem so einfachen und doch raffinierten Gericht miteinander harmonieren:

“Da weiß der Mund echt nicht, was er zuerst schmecken soll! Die zarte Cremigkeit der Jakobsmuschel, die milde Schärfe der knusprig frittierten Ingwerstreifen, die würzige Kresse, die knackig-fruchtigen Granatapfelkerne und der süße Kokos - Das alles kommt zusammen.”

Jamie Oliver ShowkochenMan merkte ihm an, wie viel Spaß ihm Kochen noch bereitet, selbst nach vielen Jahren Showkochen, Live, im Fernsehen und natürlich zu Hause. Er selbst betonte: “Ich liebe den Mix aus Essen und Entertainment. Aber anders als viele Köche verstehe ich nicht, wie man ein Gericht oder Menü als persönliches Markenzeichen haben kann. Ich finde es viel spannender, herumzuexperimentieren und immer mit neuen, interessanten Zutaten zu arbeiten, statt bei einer Sache zu bleiben.”

Die Presse klebte an Jamies Lippen, beobachtete fasziniert, wie locker und schwungvoll er mit seinen Zutaten umging und staunte nicht schlecht, als er eine neue Methode demonstrierte, wie man Granatapfelkerne schnell und unkompliziert aus der Frucht bekommt.

Trotzdem empfand ich bei einer Sache einen seltsamen Beigeschmack: passte sich Jamie Oliver doch dem kargen Minimalismus der sonst so abgehobenen Sterneküche an? Wer sich seine Fernsehsendungen angesehen hat, weiß Bescheid: er geizt sonst nicht mit Olivenöl, Kräutern und Gewürzen. Er türmt immer kunstvolle Berge von Essen auf die viel zu klein scheinenden Teller. Normalerweise bekommt er seine Gäste, z.B. in “Oliver’s Twist”, immer satt.

Hier schien er dies zu vergessen. Natürlich waren die Zutaten von höchster Qualität, die Zubereitungsart so einfach, dass selbst ein Kleinkind all dies nachkochen könnte - Und doch kochte Jamie irgendwie anders, als man es von ihm kennt: er ließ etwa nur eine verschwindend geringe Menge Olivenöl auf die Jakobsmuscheln tröpfeln, warf ein, zwei winzige Büschelchen Kresse darauf und benutzte, wie er selbst auch sagte, “just a little bit of black pepper”. Ob es dem Geschmack geschadet hat - das würden wir Medienleute erst nach der Frage-und-Antwortrunde erfahren.

Diese hatte es allerdings in sich. Auf die Frage einer Journalistin, ob Jamie denn vorhätte, mit Tim Mälzer (betreibt übrigens in Hamburg sein Restaurant “Das Weiße Haus) zusammenzuarbeiten, entgegnete er überrascht: “Oh, gute Frage. Darüber habe ich, ehrlich gesagt, noch gar nicht nachgedacht. Tim und ich sind gute Freunde, er ist ein toller Koch. Aber er hat viel zu tun, ich habe viel zu tun. Würden wir zusammenarbeiten, hätten wir beide eigentlich viel zuviel zu tun…”

Er verriet zudem, dass er mit dem Gedanken spiele, hier in Deutschland ein Restaurant zu eröffnen, er sei nur noch nicht sicher, welche Stadt am besten dafür geeignet wäre, ob eher Berlin, München, Hamburg…? Er betonte jedoch, er halte Hamburg für eine tolle Stadt, vor allem was die Gastronomieszene betreffe. Er werde in den kommenden Monaten sicherlich zu einem Entschluss kommen und somit vielleicht ein neues Restaurantprojekt ins Rollen bringen.

Eine Reporterin ging auf den Wert von gesundem Essen in seinem Beruf ein und wollte wissen, ob er diese Konsequenz auch in seinem Familienleben weiterführe, oder ob er seinen Töchtern Poppy (6) und Daisy (5) auch einmal Chips oder den ein oder anderen Schokoriegel erlaube. Schmunzelnd antwortete der Starkoch, bei ihm sei nicht entscheidend ob das Essen an sich “gesund” oder “ungesund” wäre, sondern die Balance: “Es geht nicht darum, dass es mal einen Burger gibt, sondern was darin ist. Es sollten schon gute, ordentliche Zutaten verwendet werden, dann darf es natürlich auch einmal Fast Food oder Schokolade sein. Ich erlaube meinen Kindern sowas, klar. Aber natürlich in Maßen. Schließlich bin ich ja auch mit Süßigkeiten und so etwas aufgewachsen. Ja, ich glaube, das wichtigste Stichwort ist “maßvoll” in der Beziehung.”

Die wichtigste aller Fragen, die vor allem deutsche Jamie Oliver Fans interessieren würde: wird Jamie denn beim “Jamie Oliver Dinner” dabei sein? Schließlich werden die Shows ja parallel in Hamburg und Frankfurt laufen. Jamie entgegnete, er werde persönlich natürlich nicht in jeder Aufführung dabei sein können, doch hin und wieder werde er an den Spielorten auftauchen. Natürlich auch, um die Qualität zu prüfen, und um zu sehen, ob alles “mit rechten Dingen zugeht”…

Jamie Olivers VorspeiseApropos Dinner: es erwartete uns ja noch die Vorspeise, die auch im Menü des Jamie Oliver Dinners serviert werden würde. Just zum Ende der Fragerunde wurden die hübsch dekorierten (und, wie gesagt, für Jamie etwas untypisch “schlichten”) Teller an die Tische gebracht. Zusätzlich durften sich die Verköstigenden einen Weiß- oder Rotwein dazu aussuchen.

Trotz meiner Bedenken war das Ergebnis genauso unbeschreiblich köstlich, wie Jamie es beim Showkochen erzählt hatte - das zarte Muschelfleisch schmolz förmlich im Mund, als Kontrast dazu konnte man die Granatapfelkerne so richtig knacken, und die Ingwerstückchen krachen lassen - kurzum: ein geschmackliches Feuerwerk, das auch dank der verschiedenen Konsistenzen überzeugte. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Vorgeschmack auf das, was den Gast beim “Jamie Oliver Dinner” erwarten würde.

Nach der Verköstigung stand Charmeur Jamie noch Fernseh- und Radioreportern für Interviews zur Verfügung, schrieb unermüdlich Autogramme und ließ sich mit viel Spaß fotografieren. Und so endete die so informative wie kulinarische Pressekonferenz, die definitv Appetit auf mehr gemacht hat.

Man darf also gespannt sein auf “Das Jamie Oliver Dinner”, der etwas anderen Dinnershow. Eine ausführliche Vorankündigung wird hier in Kürze zu lesen sein.

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2. September 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Essen und Trinken

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2 Kommentare zu “Jamie Oliver bat im East Hotel Hamburg zu Tisch”

  1. Appetit auf das Jamie Oliver Dinner - Hamburg Magazin - Hamburg - hh-life.de am 27. Oktober 2008 um 10:56 Uhr

    [...] Show auch noch außergewöhnliches Essen serviert: ein von Jamie Oliver kreiertes Menü aus vier Gängen soll den Gästen höchste Gaumenfreuden [...]

  2. Jamie Oliver Dinner in Hamburg auf 2009 verschoben - Hamburg Magazin - Hamburg - hh-life.de am 3. November 2008 um 17:00 Uhr

    [...] Aufgrund von Konstruktions- und Planungsfehlern sowie Lieferverzögerungen findet die Premiere des Jamie Oliver Dinners in Hamburg nicht wie geplant am 13. November statt, sondern wird auf 2009 [...]


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