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Hamburg hat seit heute ein neues Wahrzeichen: der Beatlesplatz wurde heute, am 11. September 2008 um 13:00 Uhr feierlich von Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust und den vielen Initiatoren und Sponsoren eröffnet. Ein Denkmal für die Beatles, die zwar in Liverpool aufgewachsen, doch in Hamburg groß geworden sind.

Gehüllt in rote Plastikplanen stehen sie an der Ecke Reeperbahn / Große Freiheit. Fünf Figuren, die nur darauf warten, von ganz Hamburg bestaunt zu werden. Drumherum eine riesige Menschenansammlung, so dichtgedrängt wie sonst beim Public Viewing während der EM. Daneben eine Bühne, in der abgesperrten VIP-Zone viele Medienvertreter und hunderte geladener Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Hamburgs Oldiesender und treibende Kraft des Ganzen, Oldie 95 spielt schon den ganzen Tag nur Songs der wohl berühmtesten Band der Welt. Der Tag ist wie geschaffen für die Eröffnung des Beatles-Platzes, strahlender Sonnenschein, angenehm warm, keine einzige Wolke trübt den Himmel.

Es ist Punkt 13:00 Uhr. Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust wird angekündigt, steigt auf die Bühne und beginnt seine Rede. Eine Rede über die Bedeutung der Beatles für die Welt und speziell für Hamburg. Er freue sich, dass es endlich soweit ist, zwar nach über vierzig Jahren etwas spät, doch “besser spät als nie”, betont Von Beust.

“Darum finde ich es gut, dass wir in Hamburg jetzt dieses Denkmal haben, was an die Vergangenheit erinnert”, lobt Ole von Beust. Er fordert jedoch auch auf, in Zukunft der jungen Musikszene in Hamburg eine Plattform zu geben, wie sie anfang der Sechziger Jahre auch den Beatles geboten wurde: “Wir müssen in der Tat mehr tun für die Clubs, denn was hier damals die Beatles waren, sind die jungen Musiker heute. [...] In diesem Sinne freue ich mich, dass wir es heute eröffnen. Ich glaube, das ist für die Hamburger schön, weil dies für viele persönliche Erinnerungen weckt; für St. Pauli gut, weil natürlich ein weiterer touristischer Magnet entsteht; und notwendig, weil die Beatles ein Teil der Hamburgischen Geschichte sind.”

Stephan HellerAnschließend haben Markus Schreiber (Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte) und Stephan Heller (Oldie 95 Programmgeschäftsführer und Initiator für das Projekt) das Wort. Beide drücken ihre Begeisterung für den weltweit einzigen Beatlesplatz aus, erinnern jedoch an das langjährige Warten und Kämpfen, bis das Projekt endlich realisiert und der erste Spatenstich getan werden konnte.

Heller ist sichtlich zufrieden: “Endlich Ehre für die Pilzköpfe. Ich als Hamburger Jung bin sehr stolz auf meine Stadt.” Damit geht es ans feierliche Enthüllen den Beatlesfiguren, die auf dem Platz in Schallplattenform stehen.

PressefotoGemeinsam mit Ole von Beust begeben sich die Initatoren und Sponsoren des Beatlesplatzes zwischen die verhüllten Figuren. Nach einigen Sekunden des Posierens für die Presse ist es dann auch soweit: Beatle für Beatle erblickt als Edelstahl-Figur “das Licht der Welt”. Und es sind fünf Figuren, denn neben den vier bekannten Beatles wird auch der tragisch verstorbene Stuart Sutcliffe geehrt. Er war während der Anfangsjahre in Hamburg fester Bestandteil der Band. Zudem soll die Schlagzeugerfigur nicht nur Ringo Starr symbolisieren, der erst später zur Truppe gestoßen war, sondern teilweise auch den anfänglichen Drummer, Pete Best.

Drive Me CarIn den Boden, quasi als Rahmen der Schallplatte, sind die Titel der erfolgreichsten Beatlessongs eingelassen. Dass jedoch einige peinliche Fehler dabei sind (DRIVE ME CAR, statt DRIVE MY CAR; LOVE MEDO, statt LOVE ME DO), scheint niemandem aufzufallen. Wie denn auch, bei dem Menschenauflauf?

Beatles Platz das StrassenschildOle von Beust scheint gerade dieser Auflauf ein bisschen zuviel zu werden: nach weiteren Minuten des Foto-Posings verschwindet er mit seinem Autokorso so schnell wie er gekommen war… Der Einweihungsparty tut dies keinen Abbruch. Nun ist der Beatlesplatz allen zugänglich, die Stimmung ist ausgelassen und Fans lassen sich neben und mit Figuren ihrer Vorbilder fotografieren. Die Luft ist erfüllt von Beatlesmusik. Zunächst spielt ein Blasorchester einige Songs der Fab Four, etwa I Feel Fine und All You Need Is Love, anschließend betreten die Rattles die Bühne und rocken sowohl mit eigenen, als auch mit Beatles-Songs die Menge.

Otto WaalkesDoch was wäre diese grandiose Eröffnung ohne eine Überraschung? Aufgeregt kündigt Stephan Heller Otto Waalkes an, der den Beatlesplatz auch finanziell tatkräftig unterstützt hatte. Der Comedian, begleitet von den Rattles, singt die rockigen Stücke, die die Beatles auch in den Hamburger Clubs gesungen hatten. Bei unserer anschließenden Frage, was denn sein absoluter Lieblingssong der Pilzköpfe sei, kann Otto sich nicht so recht entscheiden:

“Mein Lieblingssong ist eigentlich TWIST AND SHOUT, da kann man so schön schreien. Und sonst LOVE ME DO oder A HARD DAY’S NIGHT. Inzwischen sind aber auch, wie soll ich sagen… IF I NEEDED SOMEONE und NOWHERE MAN zu meinen Lieblingstiteln aufgewachsen. Eeeh, ich kann so stundenlang weitererzählen, ist ja klar…! Achso, MONEY ist gut! I SAW HER STANDING THERE! Und MICHELLE!”

Verzückt singt er halblaut den teils französisch- teils englischsprachigen Song. Dann schweift der in HONEY PIE ab. Um nicht die gesamte Diskographie der Beatles aufzuzählen, verabschiedet er sich lieber grinsend von uns.

Und wir verabschieden uns von der Eröffnungsfeier des Beatles-Platzes. Die Massen zerstreuen sich langsam wieder, hier und da sieht man noch einige fotografierende Fans. Und allgegenwärtig die Musik von Oldie 95. Noch ein Beatlessong. “There are places I remember I all my life, though some have changed…”

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11. September 2008 | Autor: Anna Aridzanjan | Kategorie: Hamburg

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